Blutegeltherapie
Der wissenschaftliche Name des Blutegels lautet Hirudo medizinalis, von dem zwei Unterarten existieren: Hirudo medicinalis medicinalis = Deutscher Blutegel, nahezu ausgerottet, Hirudo medicinalis officinalis = Balkan-Blutegel, der vorwiegend aus den türkischen Sümpfen stammt.
Blutegel gehören zum Stamm der Ringelwürmer, was man gut an ihrer äußeren Haut erkennen kann. Diese Ringelstruktur ermöglicht es ihnen, ihre Körpergröße zu verdreifachen.
Wirkungsweise:
Mit seinem Biss gibt der Egel Speichel in die Wunde ab, dessen Zusammensetzung ihm ein komplikationsloses Mahl bescheren soll. Davon profitiert dann auch der Patient:
Ein histaminähnlicher Stoff stellt die Gefäße im betroffenen Gebiet weit => Durchblutungssteigerung
- Hirudin hemmt die Blutgerinnung => das Blut bleibt während des Saugaktes fließfähig und die Wunde somit offen (Hirudin wird auch als Salbengrundlage verwendet )
- Calin sorgt für sanftes Nachbluten und somit für eine Wundreinigung
- Hyaluronidase bereitet den genannten Substanzen den Weg ins Gewebe => Permeabilitätsbarriere der Unterhaut wird zerstört
Insgesamt haben Wissenschaftler 15 verschiedene Substanzen im Speichel des Egels isolieren können, von denen einige entzündungshemmend und sogar schmerzlindernd wirken.
Wichtige Indikationen:
- Phlebitis ( Venenentzündung )
- Thrombophlebitis ( Entzündung eines Venenstranges mit Thrombose )
- Furunkel Hämorrhoiden
- Arthrosen; besonders gute Erfolge sind bei der Kniearthrose zu beobachten
- Krampfadern
- Akute Gichtanfälle
- Tinnitus ( Ohrgeräusche )
- Polyglobulie ( Blutfülle )
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